Helfen Sie den Menschen der Diözese Idiofa!Caritas Idiofa - Hilfe für die Diözese Idiofa in der Demokratischen Republik Kongo
     Startseite > Diözese > Zeitgeschichte der demokr. Republik Kongo

Zeitgeschichte der demokratischen Republik Kongo

Am 30. Juni 1960 erlangte die Kolonie Belgisch-Kongo die Unabhängigkeit von Belgien, das seit 1908 das Land regierte. Nach der Erlangung der Unabhängigkeit wurde die politische Stabilität wiederholt bis 1965 durch Rebellionen und Militärputsche gefährdet. Dann ergriff Joseph Desiré Mobutu, der Oberbefehlshaber über die Streitkräfte des Landes, die Macht. Im Jahr 1971 begann er mit seiner Afrikanisierungskampagne und benannte das Land in Republik Zaire um.

Er selbst nahm den Namen Mobutu Sese-Seko an und verordnete, dass alle Orts- und Vornamen afrikanisiert werden sollten. Die Bevölkerung von Zaire wurde aufgefordert, ausländische Modelle und Konzepte abzulehnen und sich bei der Gestaltung der Zukunft der jungen Nation auf die eigenen Wurzeln und Traditionen zu besinnen.

Viele Kinder wachsen als Waise aufMobutu führte ein Diktaturregime, das durch die Einheitspartei „Mouvement Populaire de la Révolution“ (MPR: Volksbewegung der Revolution) gestützt wurde. Er lebte in verschwenderischem Luxus, während er die Grundbedürfnisse der Bevölkerung ignorierte. Erst 1990 gelang es, ihn zur Aufhebung des Verbots von Parteien zu zwingen und einige Freiheiten zu erreichen, von denen die Menschen glaubten, sie würden einem Umschwung zur Demokratie vorangehen.

Mobutu ließ eine Nationalkonferenz zu, die erstmals 1991 stattfand und das Ziel verfolgte, einen Rahmen für eine Übergangsregierung und für freie Wahlen zu erarbeiten, lehnte aber zahlreiche Entwürfe und Entscheidungen dieser Konferenz vehement ab. Zunächst stimmte Mobutu auch der Ernennung seines ärgsten Rivalen Étienne Tshisekedi zum Ministerpräsidenten zu. Als Tshisekedi jedoch anfing, Mobutus Autorität in Frage zu stellen, kam es zu einem verbissenen Machtkampf in dessen Ausgang Tshisekedi abgesetzt wurde.

1993 gelang es Mobutu tatsächlich, Tshisekedi von seinem Regierungssitz zu entfernen. In den folgenden Monaten besaß das Land zwei Verfassungen und zwei Regierungen. Im Januar 1994 wurde ein Übergangsparlament errichtet und im April des selben Jahres trat eine vorläufige Verfassung in Kraft, die den Demokratisierungsprozess des Landes schrittweise einleiten und überwachen sollte.

Im Juni wurde Kengo Wa Dondo zum Ministerpräsident der Republik Zaire ernannt, ungeachtet dessen, dass Tshisekedi immer noch offiziell das Amt des Ministerpräsidenten bekleidete. Während dieser Zeit begannen, aufgrund der andauernden Machtkämpfe, die meisten Ausländer das Land zu verlassen. In weiten Teilen des Landes waren Unruhen ausgebrochen und Nahrungsmitteltransporte in entlegene Regionen wurden geplündert oder eingestellt.

Ab Juli 1994 strömten – aufgrund ethnischer Verfolgungen – zahlreiche Flüchtlinge aus Ruanda in das Land. Über eine Million rwandische Menschen lebten in Lagern entlang der gemeinsamen Grenze der beiden Länder. 1995 bemühte sich die Regierung in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen (UN) darum, die Flüchtlinge sicher in ihre Heimatländer rückzuführen. Im Februar wurden die ersten 150 von insgesamt 1 500 zairischen Soldaten von der UN zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in den Lagern entsandt.

Vier Tage lang ließ die Regierung von Zaire im August 1995 Flüchtlinge mit Gewalt aus den Lagern ausweisen. Nachdem annäherungsweise 15 000 Flüchtlinge zur Rückkehr nach Ruanda gezwungen worden waren, stoppte die Regierung die Ausweisungen als Reaktion auf internationalen Druck. In der zweiten Hälfte des Jahres 1996 sahen sich mehrere Hunderttausend Hutu-Flüchtlinge im Osten des Landes zur Rückkehr nach Ruanda gezwungen, nachdem sie vermehrt zur Zielscheibe von Angriffen zairischer Rebellen geworden waren. Einige in Zaire verbliebene Hutu-Extremisten verübten Anschläge über die Grenze auf Ruanda.

Die Rebellion wurde von Laurent-Desiré Kabila angeführt und hatte im September 1996 den Ausbruch eines Bürgerkriegs zur Folge. Die Rebellen, die das Ziel hatten, das Regime von Mobutu zu stürzen, kontrollierten die östlichen Landesteile erfolgreich und konnten im Frühjahr 1997, ohne auf Widerstand zu treffen, bis in die zentralen und südlichen Regionen vordringen.

Mobutu, der zu diesem Zeitpunkt schon ernsthaft an Prostatakrebs erkrankt war, weigerte sich weiterhin, sein Amt abzugeben. Am 18. Mai, kurz nachdem Mobutu über Togo nach Marokko geflohen war, übernahmen die Rebellen die Kontrolle über die Hauptstadt Kinshasa. Mobutu starb im September 1997 in Marokko.

Spuren der Zerstörung durch den BürgerkriegKabila änderte den Namen des Landes wieder zurück in Demokratische Republik Kongo. Er stattete sich selbst mit umfassenden Vollmachten aus, um während der Übergangszeit zu regieren, die der Einführung einer neuen Verfassung sowie den Wahlen vorangehen würde. Am 29. Mai 1997 ernannte sich Kabila selbst zum Präsidenten.

Aber schon im August formierte sich, unterstützt durch Ruanda und Uganda, eine neue Rebellion, mit dem Ziel, Kabila abzulösen und der Folge, dass das Land in zwei Herrschaftsbereiche geteilt wurde. Mit Hilfe ausländischer Truppen gelang es Kabila dennoch an der Macht zu bleiben.

Im Januar 2001 wurde Laurent Kabila von politischen Gegnern erschossen. Seitdem regiert sein Sohn Josef Kabila.

     Startseite > Diözese > Zeitgeschichte der demokr. Republik Kongo


Laden Sie unser Überweisungsformular herunter und helfen Sie  der Diözese Idiofa!

Mehr Informationen über den Kongo:
Kongo-Kinshasa