Msgr. Rudi Spatschek - BViK, Caritasdirektor
Im Jahre 1983 lernte Msgr. Rudi Spatschek über
eine Begegnung mit dem damaligen Bischof von Idiofa, Eugène
Biletsi, die Nöte und Anliegen dieser afrikanischen Diözese kennen.
Damit war für ein dauerhaftes Engagement zahlreicher deutscher
Christen, die Spatschek für eine Idiofa-Hilfe gewinnen konnte, der Grundstein
gelegt.
Aus
diesem Kreis an interessierten Helferinnen und Helfern entstand 1989 das gemeinnützige
Hilfswerk spes viva e.V. ("lebendige Hoffnung"),
dem Spatschek 10 Jahre als Vorsitzender und heute noch als Vorstandsmitglied
angehört. Bis zum heutigen Tag konnten Dank seiner engagierten Mitglieder und
Förderer viele Projekte in der kongolesischen Diözese
verwirklicht werden.
Selber 1949 in Pleinting bei Passau,
in eine Flüchtlingsfamilie hineingeboren, kennt er aus eigener Erfahrung Not und
Armut. So mag es naheliegend sein, daß er in München Sozialpädagogik
studiert und anschließend 12 Jahre als Leiter einer psychotherapeutischen und
dann wiederum 10 Jahr als Leiter einer großen Altenheimeinrichtung tätig
ist. Er baut mehrere therapeutische stationäre und ambulante
Einrichtungen für Kinder und Jugendliche auf und gründet den „Verein
für Jugend und Soziales e.V.“ in Dachau, der als Träger dieser Einrichtungen
fungiert.
Nebenher ist er in führenden Positionen verbandspolitisch tätig, u. a.
als langjähriger Vorsitzender des Verbandes der Bayerischen
Heime und Internate, als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft
Kath. Studentenverbände und als langjähriges Vorstandsmitglied
im Kartellverband Kath. Deutscher Studentenverbände.
Seit 1990 veranstaltet er regelmäßig mit herausragenden Musikern
deutschlandweit Benefizkonzerte, mit deren Reinerlös
er den Aufbau der Projekte in Idiofa mitfinanziert.
Berufsbegleitend
studiert er in den 80er Jahren an der Universität in München Kath.
Theologie. 1998 wird er für die Diözese Idiofa zum Diakon und im
Jahr 2000 zum Priester geweiht. Im Herbst 2002 ernennt ihn Diözesanbischof
Louis Mbwol Mpasi zum Generalbevollmächtigten und zum
Caritasdirektor für die Diözese.
Am 15.08.2004 wird er zum Bischofsvikar für die Bereiche Caritas und Pastorale Entwicklung
der Diözese Idiofa ernannt. Dieses Amt übt er bis zur Resignation von Bischof Mbwol am 31.5.2006 aus. Für sein soziales und religiöses Engagement in Kongo wird er im Jahre 2004 mit dem französischen Menschenrechtspreis Lys d'or (goldene Lilie) ausgezeichnet.
Seine Arbeit führt ihn nicht nur regelmäßig in den Kongo, sondern
auch in viele andere Länder, in denen er um Hilfe und Unterstützung für
seine Diözese bittet. Wenn es die Zeit erlaubt, dann kehrt er aber immer wieder
in seine Heimat, in den Bayerischen Wald zurück, wo er in der Gemeinde Grainet,
dem „schönsten Ort Deutschlands“ seit 1969 seine Wahlheimat gefunden
hat und von der Bevölkerung in seiner Hilfe für den Kongo tatkräftig
unterstützt wird.
Der Bürgerkrieg im Kongo, der die staatlichen Strukturen
zerstört und auch die Einrichtungen der Kirchen schwer in Mitleidenschaft gezogen
hat, beeinträchtigt die Arbeit der Hilfswerke und die der europäischen/nichtafrikanischen
Ordenskräfte und Weltpriester erheblich.
Der Bürgerkrieg, der in einigen Landesteilen weiterhin mit größter
Grausamkeit tobt und der nach Schätzungen bisher zwischen
3.5 und 4.5 Millionen Tote gefordert hat, hinterließ eine Spur der Verwüstung
im Land. Erschwerend für jede dauerhafte Hilfe von außen sind zudem Seuchen
und Tropenkrankheiten, die in dem feucht-heißen Klima wüten und
nur durch konzentrierte medizinische Interventionen der Weltgemeinschaft besiegt oder
wenigstens eingedämmt werden könnten.
Die Sicherheitslage ist im gesamten Land äußerst
schwierig und fragil. Gerade Ausländer sind Übergriffen und Attacken ausgesetzt.
So ist es Wunsch des Bischofs, daß das Leben und die Gesundheit europäischer/nichtafrikanischer
Mitarbeitrinnen und Mitarbeiter nicht unnötig gefährdet wird.
Dies bedingt, daß auch die Arbeit des deutschen Caritasdirektors für
die Diözese Idiofa oft von außerhalb erfolgen muß. Ein Auslandsbüro
des Caritas Verbandes Idiofa in Deutschland trägt diesem Umstand Rechnung. |