Prof. Dr. Dr. Claude
OZANKOM und Dr. Norbert BISCHOFBERGER
25.10.1999 bis 04.11.1999
Erneut haben wir mit einer Delegation von spes
viva e.V. unsere Freunde in der Diözese
Idiofa in der Demokratischen Republik Kongo besucht.
Wir, Prof. Dr. Dr. Claude Ozankom und
Dr. Norbert Bischofberger, haben in der
Zeit vom 25.10 bis 04.11.1999 den Kongo bereist
und uns in Laba-Lakas vom erfolgreichen Abschluß
unseres Projektes „Operationsraum mit Krankenstation“
in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(BMZ) überzeugt.
Der Bau wurde von der Bevölkerung vor Ort
in ehrenamtlicher Arbeit, in der ersten Jahreshälfte
1999, fertiggestellt; dabei ging es um abschließende
Arbeiten am Rohbau und den gesamten Innenausbau
bis hin zur Montage von Fenstern und Türen;
der Bau ist mit Backsteinen errichtet; das Dach
besteht aus einer soliden Holzkonstruktion mit
Wellblech. Der Boden des Operationsraums ist gefliest,
die Wände sind gekachelt. In derselben Zeit
erreichte auch die Ausrüstung für den
OP-Raum und die Lieferung von Medikamenten aus
Deutschland die Missionsstation Laba-Lakas.
Die Ausrüstung und die Solarstromanlage wurden
sachgerecht installiert und sind betriebsbereit.
Am 27. Oktober fand in unserem Beisein die offizielle
und feierliche Eröffnung des Krankenhauses
statt. Das war ein Volksfest; das Alltagsleben
in der ganzen Region stand still; die Menschen
wollten an diesem Festtag zur Eröffnung ihres
Krankenhauses ihrer Freude und Dankbarkeit Ausdruck
verleihen.
Der Tag begann mit einem Fest-Umzug (!) aller Schülerinnen
und Schüler der Region. Nach einem kleinen
Frühstück feierten wir in der hoffnungslos
überfüllten Kirche von Laba-Lakas einen
würdigen und feierlichen Dankgottesdienst,
der immerhin zweieinhalb Stunden dauerte. Im Anschluss
daran folgte die eigentliche Eröffnung des
Krankenhauses mit feierlichen Reden.
Roland Ndandula, der Pfarrer von Laba-Lakas,
der durch die stete Begleitung der Bauarbeiten
vor Ort große Anerkennung verdient, wies
in seiner Rede nochmals auf die Gründe für
den Bau eines eigenen Krankenhauses in Laba-Lakas
hin: „Erstens, der kostspielige und unbequeme
Transport von kranken Menschen in die nächstliegenden
Krankenhäuser von Idiofa oder Ipamu auf Fahrzeugen,
die gar nicht dafür ausgerüstet waren.
Zweitens, die hohen Kosten für die Angehörigen,
die wegen der großen Distanz die Kranken
nicht begleiten und damit nicht pflegen und ernähren
konnten“.
Professor Bashuth Mapwar Faustin, derzeit
Bischofsvikar der Diözese Idiofa, dankte
in seiner Rede stellvertretend für den im
Ausland weilenden Bischof Louis Mbwol Mpasi
ausdrücklich jedem einzelnen Mitglied und
Förderer von spes viva e.V.
für die Unterstützung und der deutschen
Regierung für den über das Bundesministerium
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(BMZ) geleisteten Beitrag; er hob zudem die freiwillig
und kostenlos erbrachte Leistung der Bevölkerung
beim Bau des Krankenhauses hervor. Im Anschluß
an das Durchschneiden der Banderole und an eine
erste Besichtigung waren die Gäste zu einem
Festmahl geladen.
Wie geht es weiter in Laba-Lakas?
Die Lebensfähigkeit des Projektes ist aus
unserer Sicht gewährleistet. In einem Gespräch
vom 28.10.1999 mit Marcel Gayembe, dem
Direktor des Bureau diocésain des oeuvres
médicales (BDOM), haben wir diesbezügliche
Fragen klären können. Diese diözesane
Koordinierungsstelle für medizinische Belange
wurde in der Zeit der Entstehung unseres Projektes
neu geschaffen und kümmert sich fortan neben
den anderen medizinischen Einrichtungen der Diözese
um den Unterhalt unseres Krankenhauses.
In einer Übergangszeit wird der OP-Raum mit
Krankenstation in Laba-Lakas von einem einheimischen
Arzt des diözesanen Krankenhauses in Ipamu
betreut; dieser weilt je nach Bedarf zwei bis
drei Tage pro Woche in Laba-Lakas; er verfügt
über ein Motorrad und entsprechende Kommunikationsmöglichkeiten
per Funk.
Ab dem 01.01.2000 engagiert BDOM im Auftrag der
Diözese einen eigenen kongolesischen Arzt
für Laba-Lakas. Medikamente und Verbrauchsmaterialien
werden wie für die anderen diözesanen
Krankenhäuser in Kinshasa oder über
die Firma MEMISA in Belgien erworben.
spes viva e.V. beteiligt sich
in einer ersten Phase mit einem monatlichen Betrag
von umgerechnet ca. € 600 (DM 1200.-) an
den Kosten für das Salär des Arztes
und für den laufenden Unterhalt und leistet
damit einen entscheidenden Beitrag, damit das
neu erstellte Krankenhausgebäude so rasch
wie möglich zu einem funktionierenden und
effizienten Krankenhausbetrieb wird.
München, 15.11.1999
Dr. Norbert Bischofberger |