1. Bildung und Erziehung -
für alle Kinder wichtig und alternativlos
Seit Beginn der Wirtschaftskrise steht auch das Bildungswesen
vor großen Problemen. Schuleinrichtungen und -personal fehlen, die Schülerzahlen
sind sehr niedrig. Der Alphabetisierungsgrad ist mit größter
Wahrscheinlichkeit sehr viel niedriger als die offiziell geschätzten 77,3 Prozent
(1995). In den letzten Jahren haben zudem zahlreiche Facharbeiter und Akademiker das
Land verlassen.
Die
entsprechenden Ausbildungsplätze zu schaffen, bedeutet,
sowohl die Zukunft der Kinder und Familien als auch die Zukunft des Landes und der
Diözese zu sichern.
Durch den Zerfall des Schulsystems in der DR Kongo und
die katastrophalen Zustände in der Region von Idiofa liegt bei der Diözese
die besondere Verantwortung, sich sowohl um verschiedene öffentliche Schulen
als auch um Schulen in katholischer Trägerschaft zu kümmern.
Die Eltern sind dazu verpflichtet, für ihre Kinder Schulgeld zu zahlen, und
das bereits mit deren Eintritt in die Grundschule. Viele Familien
können das benötigte Schulgeld aber nicht aus eigener Kraft aufbringen.
Deshalb bleibt selbst den begabtesten Kindern der Einstieg in die schulische Laufbahn
verwehrt. Für die Zukunft des Landes ist dies besonders bitter, da der Mangel
an qualifizierten Menschen mit abgeschlossener Berufs- bzw. Hochschulausbildung weiter
zunehmen wird.
Einige Familien schaffen es unter größten Entbehrungen dennoch, wenigstens
einem oder zwei ihrer Kinder eine schulische Ausbildung zu ermöglichen. Weil
in einem solchen Fall eher der Sohn bzw. die Söhne zur Schule geschickt werden,
um später für die Familie sorgen zu können, ist der Bildungsnotstand
bei Mädchen und jungen Frauen besonders gravierend. Um auch nur minimalen
Ansprüchen gerecht zu werden, muss das Ausbildungssystem schnellstmöglich
verbessert werden.
Des weiteren sind Lehr- und Lernmöglichkeiten
an den Schulen völlig unzureichend. So sind die Schüler und Schülerinnen
zum Beispiel gezwungen, auf dem Boden zu sitzen, da es keine Schulbänke
gibt.
Eine schwierige Aufgabe ist auch die Renovierung alter Schulgebäude,
die noch aus der Kolonialzeit stammen. In ihnen ist kein normaler Unterricht möglich,
da der baufällige Zustand eine immerwährende Gefahr für Schüler
und Schülerinnen, Lehrer und Lehrerinnen bedeutet. Etliche Schulen sind im Verlauf
des zurückliegenden Bürgerkrieges zerstört worden. In manchen Orten
müssen die Kinder seitdem im Freien unterrichtet werden.
Das Lehrpersonal wird so schlecht bezahlt (10 US $ pro
Monat, bei unregelmäßiger Zahlungsweise), dass die Eltern der Schüler
jeden Lehrer darüber hinaus selbst zu entlohnen haben. Hieraus resultiert jedoch
zwangsläufig das Problem einer unregelmäßigen Bezahlung des Lehrpersonals,
da die Eltern oftmals selbst am Rande des Existenzminimums stehen und somit das für
die Bezahlung notwendige Geld nicht immer aufbringen können. |